Bloggen und Datenschutz

Eigentlich will ich hier doch nur über Ansichten zu von mir ausgewählten Themen bloggen. Datenschutz zählte da bislang nicht zu den primären Themen und so soll es eigentlich auch in Zukunft bleiben. Warum muss ich mich aber doch immer wieder mit dem Thema Datenschutz rumärgern?

Nun, Gerhard Schröder von padlive.de hat im Blog der WP Blogger ein Stöckchen zu Thema „Blogger und Datenschutz“ in die Runde geschmissen. Was grundsätzlich nicht verwerflich ist. 😉 Aber er hat an einen Aspekt des Bloggens erinnert, der gerne vergessen wird und uns Blogger in Sachen Abmahnungen doch sehr verwundbar macht. Den Datenschutz!

Mein Senf dazu:

Die Pflicht gemäß Telemediengesetz hier im Blog ein Impressum zu haben, mit Angabe von Name und Adresse kann ich noch nachvollziehen. Das sollte eigentlich doch auch ausreichend sein…

Was hat dieser Blog aber mit Datenschutz am Hut? Es ist ja nun mal nicht so, dass ich hier hauptberuflich Daten sammeln würde, oder?! Generell finde ich es sogar toll, dass es ein Gesetzt zum Schutz meiner persönlichen Daten gibt. ABER, ich blogge hier doch nur. Wenn mich die Dame an der Kasse bei MediaMarkt beim Kauf einer Bluray nach meinen Personalausweis oder der Postleitzahl fragt, dann frage ich sie doch auch nicht nach einer entsprechenden Datenschutzerklärung. Anders kann es doch hier auch nicht sein, oder? Wenn hier jemand vorbei kommt und meine Artikel liest, dann hinterlässt er nun mal Spuren (IP-Adresse, etc.), geht ja nicht anderes im Internet. Schreibt dieser jemand auch noch ein Kommentar, dann habe ich sogar seine Email-Adresse. Welche er wohlgemerkt freiwillig hier hinterlässt, und stillschweigend darauf vertraut, dass ich damit keine Missbrauch betreibe. Wozu dafür also eine Datenschutzerklärung?

Eigentlich könnte ich mich bei diesem Thema doch entspannt zurücklehnen und das Thema Datenschutz unter den Tisch fallen lassen. Der Blog in seiner ursprünglichen Form sammelt nämlich überhaupt keine Daten. Erst der Einsatz von Plugins, macht dem Blog zum sammelwütigen Datenmonster. Diese komischen Plugins, die mir und dem Lesen eigentlich das Verweilen auf diesen Blog so angenehm wie möglich machen sollen, sind schuld. Diese bösen Plugins haben nämlich die blöde Angewohnheit, teilweise ohne mein Wissen, Daten zu sammeln und ggf. auch zu verarbeiten. Im Falle des hier einsetzten Spamfilters hat es mich sogar schon dazu bewogen auf das Plugin AntispamBee zu wechseln (Beitrag).

Bei anderen Plugins wie z.B. dem „gefällt mir“-Button von Facebook musste ich ergänzende Angaben in mein Impressum schreiben, in denen ich auf den Umgang mit den „gesammelten“ Daten hinweise. Alles nur, damit mein Briefkasten auch in Zukunft von Abmahnungen verschont bleibt… Dabei müsste in diesem Fall doch jedem der den Button drückt klar sein, was mit dieser bewussten Handlung ausgelöst wird… nämlich das Weitergeben der Information mittels Facebook, dass einem dieser Beitrag gefällt. Klingt das Ganze nur für mich viel zu kompliziert?

Sicherlich wird in diversen Blogs auch ein Plugin zur Auswertung von Besucherzahlen/-verhalten eingesetzt. Welcher Blogger interessiert sich nicht dafür, ob und wie oft Leute den Blog besuchen?! Das für solche Auswertung irgendwie auch das „sammeln“ von Daten ein notwendiges Übel ist, müsste doch auch jedem klar sein, oder? Das ich für solche Auswertung auch nur technische Daten benötige eigentlich auch. Was greift bei dieser Art der Datenerhebung die Persönlichkeitsrechte meiner Leser an? Erfahre ich etwas über seine Religion, Krankengeschichte oder seinen beruflichen Verdienst? Nö, eigentlich nur Daten über das Wann, von Wo und das Wie er auf meinen Blog gekommen ist. Das kann der MediaMarkt über seine Kundschaft am Eingang seines Geschäftes aber auch ermitteln. Wo ist da die Datenschutzerklärung?

Ich vermisse eine gesunde Handhabung mit dem Thema Datenschutz…

Mein Meckern wird den ganzen „Irrsinn“ nicht stoppen können, daher bleibt mir und vielen anderen Bloggern nur die Möglichkeit sich gegen gewisse Risiken (z.B. Abmahnungen) abzusichern. Nur wie macht man sowas? In meinem Fall habe ich das Internet bemüht, genauer gesagt Tante Google.

Dabei bin ich über die Seite www.spreerecht.de der Rechtsanwälte Schwenke und Dramberg gestolpert. Die beiden Rechtsanwälte interessieren sich sehr für die digitale Welten und deren rechtliche Probleme (Profil der Kanzlei). Das soll jetzt keine Werbeplattform für diese Kanzlei sein, aber es ist für mich bislang die einzige vernünftige Anlaufstelle bezüglich Datenschutz und Bloggen.

Auf dem Blog der o.g. Kanzlei findet man Hinweise und Tipps wie man datenschutzkonform mit Plugins wie z.B. WordPress.com-Stats, Facebook Like-Button oder dem Einsatz von Google Analytics umgeht. Als besonderer Service wird auch gleich die entsprechende Datenschutzerklärung mitgeliefert. Ziemlich gut, oder? Ich kann nur jedem wärmsten Empfehlen sich den Blog per RSS-Feed zu abonnieren.

Ich für meinen Teil kann nur versuchen nach besten Wissen und Gewissen diesen Blog datenschutzrechtlich sicher zu machen bzw. entsprechenden Erklärungen für die eingesetzten Plugins zu verfassen. Dazu bin ich leider von Hilfe von Außen angewiesen, da die meisten Entwickler dieser Plugins oder die Betreiber bestimmter Dienste diesbezüglich keine Hilfestellung geben. Warum eigentlich nicht…?

Ich bin nur ein einfacher Blogger und kein Jurist, trotzdem werde ich mich auch in Zukunft mit dem Thema rumärgern dürfen…

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